Einführung

Die richtige Fütterung ist das A und O in der Hühnerhaltung. Gesunde Hühner legen besser, wachsen effizienter und zeigen weniger Krankheitsanfälligkeit. In diesem Beitrag erkläre ich die Nährstoffbedürfnisse, gängige Futterarten, sinnvolle Ergänzungen und gebe praktische Fütterungspläne für verschiedene Altersgruppen und Haltungsformen.

chicken feed

Nährstoffgrundlagen

Hühner benötigen eine ausgewogene Versorgung mit Energie (Kohlenhydrate und Fette), Proteinen (Aminosäuren), Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen sowie sauberem Wasser. Je nach Lebensphase ändern sich die Anforderungen: Küken, Junghennen, Legehennen und Masthühner haben unterschiedliche Prioritäten.

  • Proteine: Wichtig für Wachstum, Mauser und Eierschalenbildung (ca. 16–20% bei Legehennen, höher bei Küken und Mast).
  • Kalzium: Für stabile Eierschalen. Legehennen benötigen zusätzliches Kalzium (z. B. Austernschalen).
  • Phosphor und Vitamin D: Unterstützen die Kalziumaufnahme und Skelettgesundheit.
  • Grit: Notwendig zur Mahlzerkleinerung im Muskelmagen, vor allem bei Körnerfütterung oder Auslauf mit wenig kleinen Steinchen.
  • Wasser: Die wichtigste Ressource — ausreichende und saubere Wasserversorgung rund um die Uhr ist unverzichtbar.

Gängige Futterarten

Kommerzielles Alleinfutter ist praktisch und nährstoffbalanciert. Weitere Optionen sind:

  • Starter-/Kükenfutter (Crumbles): Hoher Proteingehalt und fein strukturiert für junge Tiere.
  • Wachstums- bzw. Aufzuchtfutter: Übergangsphase mit moderatem Proteinanteil.
  • Legehennenfutter: Formuliert für Ei-Produktion mit ausreichendem Kalzium.
  • Mastfutter: Energiereiches Futter für schnelles Wachstum (nur bei Fleischproduktion).
  • Körner (Grain) und Schrot: Gut als Ergänzung, aber nicht als alleinige Ernährung für Legehennen empfohlen.
  • Kitchen Scraps & Grünes: Als Ergänzung möglich, aber ausgewogenes Alleinfutter muss die Basis bleiben. Keine stark salzigen, schimmligen oder giftigen Reste (z. B. Avocado).

Ergänzungen und Zusätze

  • Austernschalen: Als Kalziumquelle für Legehennen, besonders ab Legebeginn.
  • Grit (Fein- und Grobgrit): Für Kornverdauung und Stallhaltung essenziell.
  • Mineral- und Vitaminmischungen: Besonders nach Krankheiten, während Mauser oder bei besonderer Belastung sinnvoll.
  • Probiotika und Präbiotika: Unterstützen die Darmgesundheit, können Futterverwertung verbessern.
  • Ölsaaten (Leinsamen, Raps): Erhöhen den Energie- und Fettgehalt; können die Fettsäurezusammensetzung des Eies beeinflussen.

Sinnvolle Fütterungspläne

Nachfolgend Beispiele, die als Orientierung dienen. Mengen hängen von Rasse, Gewicht, Aktivität und Umgebung ab.

Küken (0–6 Wochen)

  • Starterfutter, 20–22% Protein (Crumbles). Freier Zugang zur Futtertränke und sauberem Wasser.
  • Gute Wärmequelle und sauberer Untergrund, Futter in niedrigen Näpfen anbieten.

Junghennen/Aufzucht (6–18 Wochen)

  • Wachstumsfutter mit ca. 16–18% Protein. Überschüssige Kalziumzufuhr vermeiden, damit sich das Skelett korrekt entwickelt.

Legehennen (ab Legereife)

  • Legefutter mit 16–18% Protein und zugesetztem Kalzium (oder Austernschale separat zur freien Entnahme).
  • Fütterung zweimal täglich oder als Freiland mit ständigem Zugang zu Alleinfutter. Wasser immer bereitstellen.

Masthühner

  • Energiereiches Mastfutter mit höherem Proteingehalt; Fütterung nach Wachstumskurve des Zuchtplans.

Beispiel Tagesplan für Legehennen

Morgens: Hauptfütterung (Alleinfutter), frisches Wasser prüfen. Mittag: kleine Menge Körner als Belohnung oder für Beschäftigung. Abends: Kontrolle Futterstand, Austernschale bereitstellen. Wichtig: keine plötzlichen Futterumstellungen — Übergang über 7–10 Tage.

Praxis-Tipps & Fehler vermeiden

  • Nie schimmeliges Futter verfüttern — Schimmel kann Mykotoxine enthalten.
  • Kalzium separat anbieten, damit nicht alle Tiere zu viel Kalzium aufnehmen.
  • Wasserqualität regelmäßig prüfen; verschmutzte Tränken schneiden die Futteraufnahme.
  • Futterbedarf messen: Ein durchschnittliches Legehuhn frisst ~100–140 g Alleinfutter pro Tag (abhängig von Temperatur und Ei-Produktion).
  • Bei Freilandhaltung mehr Ausgleich füttern, denn Aktivität erhöht den Energiebedarf.

Fazit

Eine bedarfsgerechte, phasenorientierte Fütterung kombiniert mit frischem Wasser, passenden Ergänzungen (Grit, Kalzium, Mineralien) und sauberer Futterhaltung sorgt für gesunde Hühner und stabile Legeleistung. Beobachten Sie Ihr Geflügel: Gewicht, Federkleid, Legerate und Verhalten geben Hinweise auf mögliche Mängel und notwendige Anpassungen.

Haben Sie spezielle Fragen zu Ihrer Rasse oder Ihrem Futter? Hinterlassen Sie einen Kommentar oder lesen Sie die Hinweise Ihres Futterherstellers — er liefert oft rassetypische Fütterungsempfehlungen.

3 dachte über “Fütterung und Ernährung von Hühnern: Grundlagen, Futterarten und Fütterungspläne” nach

  1. Sehr hilfreicher Beitrag! Ich habe meine Junghennen jetzt von Starter- auf Wachstumsfutter umgestellt und die Mauser verlief deutlich ruhiger. Danke für die Tipps zu Austernschale und Grit.

  2. Kleine Ergänzung: Bei uns hat sich ein Sandplatz im Auslauf bewährt, da die Hühner dort natürlich Grit finden. Achtet auf sauberes Wasser, das ist wirklich der wichtigste Punkt.

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