Gesundheit und Hygiene für gesunde Bestände

Eine solide Gesundheits- und Hygienestrategie ist die Grundlage für produktive und langlebige Tierbestände. Dieser Beitrag beschreibt praxisnah, wie Sie häufige Erkrankungen frühzeitig erkennen, sinnvolle Impfprogramme umsetzen, Parasiten effektiv kontrollieren und durch konsequente Stallhygiene Infektionsdruck reduzieren.

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1. Früherkennung häufiger Krankheiten

Früherkennung spart Kosten und Nerven. Achten Sie regelmäßig auf Verhaltensänderungen, Futteraufnahme, Kot- und Harnabsatz sowie Körperhaltung. Häufige Warnsignale sind:

  • Reduzierte Futter- oder Wasseraufnahme
  • Leistungsabfall (Milch, Gewichtszunahme)
  • Husten, Nasenausfluss, Atemnot
  • Durchfall, veränderte Kotkonsistenz
  • Müdigkeit, abgeschlagenes Verhalten, Fieber

Führen Sie regelmäßige Gesundheitskontrollen durch und dokumentieren Sie Befunde. Eine einfache Checkliste mit täglichen bis wöchentlichen Punkten hilft, Auffälligkeiten zu erkennen und schnell zu reagieren. In Zweifelsfällen wenden Sie sich an Ihren Tierarzt für Diagnostik (Blutuntersuchung, Kotproben, Abstriche).

2. Impfungen: Planung und Umsetzung

Ein gut geplantes Impfprogramm schützt vor vielen krankheitsbedingten Ausfällen. Erstellen Sie zusammen mit dem Tierarzt einen Impfplan, der folgende Punkte berücksichtigt:

  • Art und Alter der Tiere
  • Regional relevante Erreger
  • Betriebsbezogene Risikofaktoren (Zukauf, Bewegungsdichte)
  • Impfintervalle und Auffrischungen

Wichtig ist zudem die Dokumentation jeder Impfung (Datum, Produkt, Chargennummer, Geber). Lagern Sie Impfstoffe gemäß Herstellerangaben und achten Sie auf hygienische Applikation. Impfungen sind kein Ersatz für gute Haltung, reduzieren aber das Erkrankungsrisiko deutlich.

3. Parasitenkontrolle: Intern und extern

Parasiten beeinträchtigen Leistung und Wohlbefinden. Strategien zur Kontrolle umfassen:

  • Regelmäßige Kotuntersuchungen zur Bestimmung der Befallsintensität
  • Gezielte Entwurmung nach Befund (vermeiden Sie routinemäßige Überbehandlung)
  • Weidehygiene: Rotationsweiden, Ruhezeiten, Mischbeweidung zur Unterbrechung von Lebenszyklen
  • Externe Parasiten: Kontrolle von Flöhen, Zecken und Läusen durch Sauberkeit, passende Präparate und gegebenenfalls Umgebungsbehandlung

Beachten Sie Resistenzentwicklungen und besprechen Sie mit dem Tierarzt Wirkstoffwechselstrategien (Dose, Wirkstoffwechsel, Wechsel von Präparaten).

4. Stall- und Haltungs-Hygiene

Ein sauberer und gut belüfteter Stall minimiert Krankheitsdruck. Kernmaßnahmen sind:

  • Regelmäßige Reinigung: Entfernung organischer Rückstände vor der Desinfektion
  • Desinfektion: Wahl eines geeigneten Mittels, Einwirkzeit beachten
  • Sauberes Einstreu, trockene Liegeflächen, ausreichender Platz pro Tier
  • Gute Belüftung zur Reduktion von Ammoniak und Feuchtigkeit
  • Müll- und Abwasser-Management, um Kontaminationsquellen zu minimieren

Erstellen Sie einen Reinigungsplan mit Zuständigkeiten und festen Intervallen. Notieren Sie Maßnahmen und prüfen Sie deren Wirksamkeit regelmäßig.

5. Biosecurity und Zukaufmanagement

Schutz vor Neuerkrankungen beginnt mit Zugangskontrolle. Maßnahmen sind:

  • Quarantäne für Neuzugänge, Beobachtungszeit und ggf. Probenuntersuchung
  • Beschränkter Zugang für Fremde, Hygieneschleusen und Desinfektionsmatten
  • Fahrzeug- und Besucherprotokolle
  • Trennung von krank und gesund: eigene Stallbereiche oder abgeschlossene Boxen

Solche Maßnahmen reduzieren das Eintragsrisiko von Erkrankungen und erleichtern das Management im Krankheitsfall.

6. Praktische Routine: Checklisten und Dokumentation

Führen Sie einfache Dokumente:

  • Tägliche Gesundheitschecks (kurze Einträge reichen)
  • Impf- und Medikamentenbuch
  • Reinigungs- und Desinfektionsprotokolle
  • Weide- und Entwurmungsplan

Regelmäßige Besprechungen mit Beschäftigten sorgen für Aufmerksamkeit und ein gemeinsames Verständnis der Maßnahmen.

Fazit

Vorbeugen ist wirtschaftlich und ethisch sinnvoll: Früherkennung, gezielte Impfungen, wirksame Parasitenkontrolle und konsequente Stallhygiene bilden zusammen ein robustes Konzept für gesunde Bestände. Arbeiten Sie eng mit Ihrem Tierarzt zusammen, dokumentieren Sie Maßnahmen und passen Sie Strategien situativ an. Gesundheit im Bestand ist das Ergebnis vieler kleiner, konsequenter Schritte.

5 dachte über “Gesundheit und Hygiene: Erkennung häufiger Krankheiten, Impfungen, Parasitenkontrolle und Stallhygiene für gesunde Bestände” nach

  1. Als praktizierender Tierarzt empfehle ich, bei Verdacht auf Krankheiten nicht zu warten und Proben ins Labor zu schicken. Frühe Diagnose hilft.

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